Sicher möchten Sie gerne wissen mit wem Sie es hier zu tun haben, deshalb stell ich mich Ihnen näher (als üblich) vor:
In dieses Leben kam ich 1966 und, um es ganz ungewöhnlich zu machen, suchte ich mir eine Mutter aus die knapp 17 war. Wahrscheinlich liegen mir Teenagermütter auch deswegen ganz besonders am Herzen! Wissbegierig und aufs Leben neugierig, konnte ich es scheinbar gar nicht erwarten auf diesem wunderschönen Planeten zu landen, denn ich kam genau 8 Wochen zu früh! Und stand schon da „mit beiden Beinen fest im Leben“, d.h. ich wurde mit den Füßen voraus geboren. War ja auch kein Kunststück – bei dem Gewicht. Die Hebamme spielte schon bei meiner Geburt eine große Rolle: Ihr verdanke ich nämlich, dass ich nicht nur Anna, sondern Anne-Marie heiße, denn sie hieß Maria.
Schon im Kleinkindalter erzählte ich meinen Eltern, dass ich gern „Menschen gesund machen möchte –wenn ich mal groß bin“. Als mir dann im zarten Alter von 10 Jahren das Tagebuch einer Landhebamme „Vierzig Jahre Storchentante“ von Lisbeth Burger, in die Hände fiel (im Verborgenen gelesen!), wusste ich: „Das ist es – das will ich auch mal werden!“. Also besuchte ich viele Jahre später ein Fachgymnasium für Pflegeberufe (Liceu Sanitar), doch meine Einblicke in die Geburtshilfe der damaligen Zeit in einem osteuropäischen Land waren sehr ernüchternd. Fließbandgeburten, ohne jegliche zwischenmenschliche Beziehung, ohne Hebammenbetreuung, absolut medikalisiert und menschenverachtend. Nein, so wollte und konnte ich nicht arbeiten und so entschloss ich mich nach dem Bacalaureat (Fachabitur) Kinderkrankenschwester zu werden.
Diesen Beruf habe ich dann auch viele Jahre mit Liebe und Leidenschaft ausgeübt, inzwischen geheiratet und selbst eine Familie gegründet, nach Deutschland ausgewandert, meine beiden Söhne geboren. Hier bekam ich dann die Möglichkeit viele Jahre auf einer Neugeborenenstation zu arbeiten, so dass ich meiner Liebe zu Mutter und Kind durch meine Arbeit Ausdruck verleihen konnte. Eine gute Basis für meine Hebammenarbeit, für die ich dem Leben zutiefst dankbar bin.
Meinen Traumberuf Hebamme habe ich aber all die Jahre in meinem Herzen getragen und nie aufgehört mich darum zu bemühen. Dann 2002 war es endlich soweit, ich bekam einen Platz an der Hebammenschule der DAA Lahr. Das Beste was mir passieren konnte: fundiertes schulmedizinisches Wissen gepaart mit ganzheitlichen Ansätzen, rationales Denken gepaart mit intuitivem Erkennen, professionelle Distanz gepaart mit menschlicher Größe! Danke an alle, die mich unterrichtet haben und ganz besonders den beiden Schulleiterinnen und Lehrhebammen!
So bin ich nun seit April 2005 Hebamme und nach einiger Zeit Klinikerfahrung und danach Praxisgemeinschaft endlich in eigener Hebammenpraxis angekommen. Doch das Leben ist so wunderbar dynamisch und auch ich bleibe nicht stehen: Nach meinen Einblicken in die hohe Kunst der Akupunktur mache ich derzeit noch eine berufsbegleitende Zusatzausbildung zur Familienhebamme, um so die von mir betreuten Kinder, Mütter, Väter und Familien noch besser betreuen zu können.